Rundbriefe

Seit Generationen informieren wir stets zweimal jährlich mit unserem «Rundbrief» unsere Freunde und Kunden des Rebholz-Weines über alles, was in und um unser Weingut passiert – Witterungsbedingungen, Stand der Vegetation und Neues von unserem Betrieb sind fester Bestandteil.

Sie erhalten die Rundbriefe per Post mit Ihrer Bestellung oder mit den aktuellen Preislisten. Gerne können Sie aber auch hier die aktuellen Rundbriefe verfolgen, sowie sich in unserem Rundbrief Archiv und in unseren detaillierten Jahrgangsberichten über ältere, reifere Jahrgänge informieren.

 

 


 

Rundbrief April 2020


Liebe Freunde des REBHOLZ-Weines!

Wie beruhigend, dass in einer Zeit, in der sich von heute auf morgen so viel verändert und die Welt fast still zu stehen scheint, die Natur mit ungebremster Kraft aus dem Winterschlaf erwacht ist und sich die Vegetation mit ihrer Lebendigkeit und Schönheit entfaltet!

In unserem Oktober-Rundbrief hatten wir bereits vom Vegetationsverlauf und der Lese berichtet, die schon recht früh Anfang September mit der Ernte für Sektgrundweine begann und Mitte Oktober mit der Lese der Großen Gewächse endete. In den sechs Wochen wurde immer wieder pausiert, um die perfekte Traubenreife abzuwarten, was angesichts der ständig wechselnden Wetterbedingungen in der zweiten Lesehälfte oft hoch riskante und unsere Nerven strapazierende Entscheidungen waren. Aber „unsere Trauben trotzten mit ihrem guten Gesundheitszustand und den außergewöhnlich dicken Schalen dem oft widrigen Wetter ebenso erfolgreich wie unsere erfahrenen Lesehelfer“, wie wir damals berichteten.

Recht früh zeigte sich jedoch, dass wir mit der damaligen Einschätzung aufgrund des warmen, trockenen Vegetationsverlaufes, „die Weine dieses Jahres werden sich vom Charakter wohl zwischen den beiden Vorjahren 2017 und 2018 einordnen“, nicht recht haben würden. Eher weisen die Weine des Jahres 2019 mit ihrer sehr klaren, reifen Sortenausprägung und der ungemein präzisen, kühl-eleganten und strukturierten Art ausgesprochen viele Gemeinsamkeiten mit den Weinen des großartigen Jahrgangs 2017 auf. Zunächst hatten wir damals die Kombination von „kühler“ und „warmer“ Charakteristik vor allem mit den durch die Spätfröste im Frühjahr verursachten Reifeunterschieden begründet. Heute glauben wir, dass es in Zukunft auch in warmen, trockenen Jahren gelingen wird, sehr feine, elegante, mineralische Weine zu produzieren.Seit dem Extremsommer 2003 haben wir viel dazu gelernt. Einen nicht unbedeutenden Anteil hat sicherlich unser seit 15 Jahren praktizierter ökologischer und biodynamischer Anbau. Beim neuen Jahrgang wird dies mit dem Signet unserer biodynamischen Gruppe „Respekt“ auf dem Etikett ausgewiesen.

Was den Jahrgang 2019 angeht, so wissen wir, dass wir eine herausragende Weinkollektion erzeugt haben. Das Ergebnis ist durch die Mitverantwortung unserer Zwillinge Hans und Valentin und die konsequenteste und kompromissloseste Arbeit seit den über 40 Jahren meiner Verantwortung in jeder Phase der Produktion absolut überzeugend. Umso trauriger sind wir, dies im Moment weder auf den bekannten Präsentationen, noch persönlich der Weinfachwelt und Ihnen, unseren treuen Kunden zeigen zu können. Wie gerne hätten wir Ihnen unsere Weine im Weingut bei einem Besuch oder der Jahrgangspräsentation Ende Mai vorgestellt!

Unsere seit Anfang April angebotenen Gutsweine sind die perfekten Vorboten, weil auch sie schon zeigen, was es bedeutet, die oben erwähnten kühlen und warmen Jahrgangseigenschaften zu vereinigen: Man kann diese Weine mit unglaublich viel Spaß schon jetzt genießen, muss es aber noch nicht, weil sie noch ganz viel Potenzial haben, um auf Dauer ihre wahren Stärken auszuspielen! Wer einen Eindruck gewinnen möchte, was man von den ab September verfügbaren Großen Gewächsen erwarten darf, dem empfehlen wir unsere Terroirweine vom Riesling und Weißen Burgunder. Denn sie kommen zu 100% aus den großen Lagen und wurden dort mit dem höchsten Qualitätsanspruch produziert, auch wenn sie bei der Probe der verschiedenen Fässer von Weinen aus unseren Großen Lagen nicht für die Großen Gewächse ausgewählt wurden. So sind es die „kleinen Geschwister unserer Großen Gewächse“: vom Rotliegenden (Kastanienbusch), vom Buntsandstein (Ganz Horn) und vom Muschelkalk (Im Sonnenschein). Die Menge der 2019er GGs ist in diesem Jahr jedoch aufgrund des durch „Sonnenbrand“ verursachten großen Ertragsausfall sowie unserer sehr strengen Selektion bei Lese und Zusammenstellung unserer Spitzenweine viel kleiner als im Vorjahr. Sie können sich die „Großen Weine“ des Jahrgangs 2019 schon jetzt sichern und mit der beiliegenden Subskription 7,5% gegenüber dem späteren Verkaufspreis sparen. Obwohl alle Terroirweine aus 2019 auch den Ort in der Etikettierung ausweisen, halten wir in unserem Fall die Terroir-Nennung für den Weinfreund für hilfreicher als die Ortsbezeichnung. Denn bei unserer geologischen Bodenvielfalt arbeiten wir sehr unterschiedliche Weincharaktere heraus und die Bodenbeschaffenheit endet bekanntlich weder an einer Gemeindegrenze, noch ist sie innerhalb dieser einheitlich.

Normalerweise hätten wir wie in den Vorjahren an dieser Stelle zu den Maispitzen mit Jahrgangsprobe 2019 eingeladen, aber die aktuelle Situation macht uns wenig Hoffnung, dass diese Ende Mai stattfinden können. Wir freuen uns jedoch schon jetzt auf jeden Schritt, der uns wieder mehr persönlichen Kontakt zu Ihnen ermöglicht. Bis es so weit ist, stehen wir für Sie gerne bei allen Fragen, Wünschen oder Ihrer individuellen Weinberatung telefonisch oder schriftlich zur Verfügung. Über alle Neuigkeiten aus Weinberg und Keller, aber auch was Besuche im Weingut, Weinproben oder Veranstaltungen betrifft, werden wir auf unserer Internetseite und per Mail informieren.

Ihnen und uns wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen. Bleiben Sie und Ihre Lieben gesund!


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

 

Kurz vor Druck erreichte uns der Beitrag von Stephan Reinhardt (Robert Parker Wine Advocate) in Facebook, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten, da er unsere Einschätzung bestätigt:
„If you don’t know what to start with in May, I‘d take Weingut Ökonomierat Rebholz‘s 2019 Muskateller or Sauvignon Blanc which are both bright and fresh as the green leaves of spring 2020 are just now. Due to the older vines the Muscat has a touch more concentration and intensity whereas the Sauvignon is lithe, crisp and crystal clear as an Alpine mountain stream. Amongst the Rieslings the 2019 „Vom Rotliegenden“ is a spectacular choice for about 20€. This pre-selection of the (also in 2019 highly promising!) Kastanienbusch GG is concentrated and structured and can easily compete with any „Grosses Gewächs“ from Germany. It’s the wine nobody should miss who likes and drinks Riesling. … Also, don’t miss to have a glass of the 2017 Siebeldinger Spätburgunder (PinotNoir) „Vom Muschelkalk“ with your wild boar ham! It’s a choice made in heaven (especially when the ham comes from Hans and Valentin Rebholz).”