Rebholz Dreiklänge

Wir Rebhölzer haben uns in der Familienrunde mal die ganz persönliche Weinfrage gestellt: Welche drei Weine liegen Dir besonders am Herzen? Und warum gerade diese drei? Der Austausch darüber hat uns viel Gesprächsstoff geliefert und für angeregte Diskussionen gesorgt, bei denen reichlich fachliche Argumente, und mindestens genauso viele Gefühle im Spiel waren. Wir möchten Ihnen unsere hochinteressanten “Ergebnisse” nicht vorenthalten. Jeder von unserer Familie wird Ihnen seinen, ihren ganz persönlichen Rebholz-Dreiklang aus unserem Sortiment präsentieren - in Worten verkostet. Wir wünschen einen guten Vorgeschmack!

»Ich bin Valentin, der zweite Rebholz-Zwilling. Nach einigen interessanten Stationen in meiner Ausbildungszeit und verschiedenen prägenden Erfahrungen darf Ich Ihnen (leider nur) drei Weine vorstellen, mit denen ich viel verbinde, weil sie durch gute Impulse und Erfahrungen, mit Bauchgefühl und nicht zuletzt in handwerklicher Arbeit entstanden sind, und auf die ich persönlich sehr stolz bin.«

 

1. 2017 Birkweiler RIESLING vom Rotliegenden Kabinett (Wein Nr. 1731)

Während meines dualen Studiums in Neustadt besuchte ich verschiedene Weingüter in Europa. Das Erste war für mich das Prägendste: Über ein Jahr lang durfte ich im Weingut der befreundeten Familie Dönnhoff an der Nahe lernen und mitarbeiten. Gerne erinnere ich mich an die Zeit zurück, besonders auch an die Steillagen der Nahe und die grandiosen Weine, die ich immer wieder mit Dönnhoffs probieren durfte. „Kabinett-Weine“ hatten bis dahin in meiner Weinwelt keine bedeutende Rolle gespielt. An der Nahe jedoch wurde mein Interesse für restsüße Weine geweckt, so dass in mir die Idee heranwuchs, einen solchen Kabinett auch bei uns machen zu wollen. Das Terroir und Klima der Pfalz ist fast nirgends geeignet, um solch großartige edelsüße Weine zu erzeugen, die mit jenen der nördlichen Weinregionen mithalten könnten. Unser Birkweiler Kastanienbusch wohl! Er bringt auf dem hochgelegenen, roten schieferhaltigen Boden die Würze und Spannung mit, die als Gegenspieler der Süße notwendig sind. Dieser Kabinett aus 2017 ist ein Paradebeispiel seiner Art: er bereitet an warmen Frühlings- oder Sommertagen viel Freude, bietet sich aber auch als perfekter Begleiter würzig-scharfer Gerichte an. Und mich persönlich erinnert jeder Schluck unseres Kabinetts an diese prägende Zeit zurück.

2. 2019 IM SONNENSCHEIN Riesling GG (Wein Nr. 1926)

Auch wenn dieser Wein noch im Fass ruht, ist er trotzdem schon jetzt erwähnenswert! Er entstammt unserer ältesten Riesling-Parzelle, die 1963 im Rahmen der Flurbereinigung bepflanzt wurde. Vor 15 Jahren pachtete mein Vater diesen Weinberg, der dem Vorbesitzer zu schmal und altersbedingt zu ertragsarm war. Auch bei unserem damaligen Team löste der alte, sehr zeitintensiv zu bewirtschaftende und vom Drahtrahmen heruntergekommene Wingert wahrlich keine Freudensprünge aus! So wurde erwogen, ihn zu roden und neu anzulegen. Zum Glück konnten mein Bruder Hans und ich uns durchsetzen und dies verhindern. 2016 haben wir zusammen mit Studienkollegen dem alten Weinberg einen ganz neuen Drahtrahmen verpasst und fehlende Stöcke mit jungen Reben nachgepflanzt. Diese Arbeiten wurden alle von Hand erledigt und kosteten in dem sehr steinigen Kalkboden viel Zeit und Kraft. Die Mühe hat sich aber gelohnt; der Weinberg beschenkt uns seitdem mit besseren Trauben und irrsinnig komplexen Weinen!

 

3. 2016 Siebeldinger SPÄTBURGUNDER vom Muschelkalk trocken (Wein Nr. 1610)

Der Jahrgang 2016 wird mir in vielerlei Hinsicht noch lange in Erinnerung bleiben. Nach Praktika bei Kranz, Dönnhoff und Heger unterstützte ich das Team bei uns im Weingut. Das Frühjahr und der Sommer waren verregnet, so dass wir große Mühe mit dem Pflanzenschutz hatten. Das Spätjahr und der Herbst bis zur Lese waren dagegen durchgängig trocken. In den Burgunder-Weinbergen waren durch das trockene Vorjahr die Fruchtansätze sehr klein, so dass wir schon Mitte September mit der Spätburgunderernte begonnen hatten. Aromatische Trauben bei perfekten Säure- und Öchslewerten ließen großartige Weine erwarten. Wie in den Jahren zuvor betreuten Hans und ich intensiv die Spätburgunderbereitung im Keller. Unsere Erfahrungen von früheren Jahrgängen konnten wir anwenden, und so ist eine Spätburgunder-Kollektion entstanden, wie wir sie uns wünschen!
Dieser Spätburgunder vom Muschelkalk kommt zu 100% aus der VDP.Großen Lage „Im Sonnenschein“. Das GG dieses Jahrgangs aus der Lage wurde im Vinum Weinguide 2019 mit der höchsten Punktzahl (96) ausgezeichnet.

»Ich bin Hans, der ältere von uns Rebholz-Zwillingen. Wir sind Jahrgang 1995. Beide haben wir im letzen Jahr unser Weinbaustudium abgeschlossen und sind fest im elterlichen Weingut eingestiegen. Hier ist mein Rebholz-Dreiklang: Allen Weinen gemeinsam ist ihre Verbindung zu wichtigen Ratgebern, Impulsgebern und Wissensvermittlern während meiner Ausbildungszeit.«

 

1. 2018 Siebeldinger Weisser Burgunder vom Muschelkalk (Wein Nr. 1836)

Dieser Wein ist für mich so großartig, weil er auf das absolut Wesentliche reduziert ist. Er hat kaum Frucht, die er auch nicht braucht; aber den ganz typischen Weißburgunder-Schmelz. Eine radikale, karge Mineralität, wie sie nur Weine haben können, die auf Muschelkalkböden gewachsen sind. Ich habe „Muschelkalk-Mineralität“ verstehen gelernt, als ich 2017 bei Trimbach zum Praktikum war. Einige Jahre davor hatte ich das erste Mal einen Riesling „Clos St. Hune“ im Glas, welcher ausschlaggebend für den Wunsch meinerseits war, dort ein Praktikum zu absolvieren. Mittlerweile gehört dieser Wein zu meinen absoluten Riesling-Ikonen. Die Selbstverständlichkeit und Unaufgeregtheit in der dieser Wein seine Herkunft zeigt, macht ihn für mich so einzigartig. In gewisser Weise ist unser 18er Weißer Burgunder Muschelkalk diesem Typus sehr ähnlich. Dass Weißer Burgunder hervorragend Böden schmeckbar machen kann, wird in ihm erneut eindrucksvoll bewiesen.

2. 2018 Riesling vom Buntsandstein (Wein Nr. 1807)

Er ist von dem Boden geprägt, welcher  hauptsächlich in der Pfalz vorherrscht - auch in unserer VDP.Großen Lage „Ganz Horn“. Aus dieser Lage stammt ein Teil der Trauben für den Riesling vom Buntsandstein. Dieser Boden ist für unseren Betrieb genauso prägend, wie die Pfalz für uns Rebhölzer. Der Wein ist wie wir - ein typischer Pfälzer: Charaktervoll, nie aufdringlich, sondern eher zurückhaltend und nachhaltig begeisternd. Er fesselt nicht immer im ersten Moment und kann manchmal sogar zu Beginn schwierig sein, aber dafür wird er im Verlauf der Reife immer versöhnlicher.

3. 2015 Im Sonnenschein Spätburgunder GG (Wein Nr. 1530)

Unser VDP.Großes Gewächs vom Spätburgunder ist 2015 zum ersten Mal mehr oder weniger in der Verantwortung meines Zwillingsbruders und mir entstanden. Im Jahr 2012 übertrug mein Vater Valentin und mir den Spätburgunderweinberg „Arzheimer Rosenberg“, mit diesem wir uns sozusagen „austoben“ durften. In den Folgejahren haben wir einiges ausprobiert, beispielsweise kürzere Mazeration, frühere Lese, zum Teil ganze Trauben und uns dadurch unter Beweis gestellt. Im Herbst 2015 – ich hatte  gerade mein letztes Ausbildungsjahr zum Winzer im Weingut Rudolf Fürst abgeschlossen und begann nach dem Herbst mein Studium in Geisenheim – durfte ich dann die Verantwortung für die gesamte Spätburgunderweinlese übernehmen. Dabei war ich natürlich immer in regem Austausch mit meinem Bruder, der zu dieser Zeit im Weingut Heger am Kaiserstuhl arbeitete. Es hat mir zusätzlich den Rücken gestärkt, meinen Vater und unser Team hinter mir zu wissen. Denn ich wusste, dass sie eingegriffen hätten, wenn sie Zweifel an meinen Entscheidungen gehabt hätten!
Das übergeordnete Ziel war und ist unseren Spätburgundern noch mehr Eleganz und Finesse bei gleichbleibender Komplexität zu verleihen. Dieser Wein ist Zeuge für unser stetiges Weiterentwickeln sowie Ausprobieren und Hinterfragen des Typ-Rebholz.


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