Rebholz Dreiklänge

Wir Rebhölzer haben uns in der Familienrunde mal die ganz persönliche Weinfrage gestellt: Welche drei Weine liegen Dir besonders am Herzen? Und warum gerade diese drei? Der Austausch darüber hat uns viel Gesprächsstoff geliefert und für angeregte Diskussionen gesorgt, bei denen reichlich fachliche Argumente, und mindestens genauso viele Gefühle im Spiel waren. Wir möchten Ihnen unsere hochinteressanten “Ergebnisse” nicht vorenthalten. Jeder von unserer Familie wird Ihnen seinen, ihren ganz persönlichen Rebholz-Dreiklang aus unserem Sortiment präsentieren - in Worten verkostet. Wir wünschen einen guten Vorgeschmack!

»Ich bin Hansjörg Rebholz der Vater der Zwillinge Hans und Valentin und unserer Tochter Helene. Da mein Vater sehr früh verstarb, musste ich die Verantwortung im Weingut schon mit 19 Jahren übernehmen. Der heranwachsende Jahrgang 2020 wird mein 43. sein, für den ich verantwortlich bin. Im Laufe der Jahre ist ein kollegiales Netzwerk im In- und Ausland entstanden, das mir immer geholfen hat unseren „Typ Rebholz“ weiter zu entwickeln. Das Spannendste aber, was ich im Weingut erlebe, ist die Neugier, die Innovation und der Einfluss der nächsten Rebholz-Generation… Die Idee meiner Auswahl ist: Neugierde, Klassiker und Generationen.

Nun freuen Sie sich auf meinen Dreiklang. Die Idee meiner Auswahl ist: Neugierde, Klassiker und Generationen.

 

1. 2013 πNo. Rosé Sekt -extra brut- (Wein Nr. 1333)

Die Neugierde, etwas Neues auszuprobieren, ist uns allen Rebhölzern eigen. Deshalb habe ich diesen Sekt stellvertretend für alle Produkte der  -Linie ausgewählt. Neben den Weiß- und Rotweinen aus den kleinen Eichenholzfässern gehören seit 30 Jahren auch unsere Sekte dazu. Dabei war es uns von Anfang an wichtig, dass an den unverwechselbaren Weinen des „Typ-Rebholz“ mit dem traditionellen handschriftlichen Rebholz-Etikett nichts verändert wird. Und so wurde für die „neuen“ Produkte Ende der 80er Jahren die schwarzen Banderolen-Etiketten eingeführt.

Der 2013er π No. Rosé Sekt, der von Spätburgundertrauben gewonnen wurde, ist unser neuestes Produkt in dieser Reihe. Nach fast sieben Jahren, inklusive der 70-monatigen Lagerung auf der Hefe in der Sektflasche, kommen nun die ersten Flaschen davon in den Verkauf. Wie bei allen unseren Sekten aus den Champagnerrebsorten Pinot Noir und Chardonnay ist unsere Begeisterung für die Schaumweine dieser Regionen auch hier nicht zu übersehen, -riechen oder -schmecken. Er ist eine sehr elegante Erfrischung vor und ein hervorragender Begleiter zum Essen. Prost!
 

2. 2019 RIESLING vom Rotliegenden trocken - Terroirwein (Wein Nr. 1905)

Ein Rebholz-Klassiker! Zu 100% ist er in unserer VDP.Großen Lage KASTANIENBUSCH gewachsen und hat alle deren Charakterstärken inne: er zeigt in Perfektion das Zusammenspiel zwischen Mineralität, Frucht und Säure sowie Dichte und Eleganz. Im Duft zeigt sich dies durch mineralisch-kräutrige und fruchtigen Aromen nach Feuerstein, Heu, schwarzem Tee, Minze und Waldmeister und andererseits reifer Zitrusfrucht, Weinbergspfirsich und exotischen Früchten. Auch geschmacklich wiederholt sich dieses Doppelspiel: Die Rebsorte steuert den fruchtigen, eleganten und der eisenhaltige Boden den Kräuter-würzigen, mineralischen Geschmack und die Eleganz und Langlebigkeit bei. Ich habe diesen Wein aber ausgewählt, weil man ihn durchaus schon jetzt trinken kann, er dabei viel von den Qualitäten seines großen Bruders, des KASTANIENBUSCH GGs, erahnen lässt und darüber hinaus das Potenzial für einen großen Genuss in einigen Jahren hat.
Interessant ist die Tatsache, dass ich vor fast 40 Jahren in meiner Meisterarbeit untersuchte, ob sich die Bewirtschaftung dieser Steillage überhaupt noch lohnt. Meine Einschätzung, dass wenn man den damaligen Terrassenweinberg im Direktzug anlegt und weiterhin außergewöhnliche Weine erzeugt, sich dort die Arbeit durchaus lohnen kann, hat sich inzwischen mehr als bestätigt.
 

3. 2018 Albersweiler Latt GEWÜRZTRAMINER Spätlese - VDP.Erste Lage (Wein Nr. 1822)

Der vier Generationen-Wein! 1947 bepflanzte mein Großvater Ökonomierat Eduard Rebholz die steil ins Queichtal exponierte Parzelle mit Gewürztraminerreben. Er legte den Weinberg in Pergolaerziehung auf Terrassen an, wie man es aus Südtirol kennt, aber die bis heute in der Pfalz einmalig ist. Im Laufe der Jahre wurde der Holzaufbau von jeder Generation komplett erneuert, ganz aktuell in diesem Jahr unter der Regie meiner Söhne Hans und Valentin. Sicherlich wäre dieses sehr schwierig und mit ganz viel Handarbeit zu bearbeitende „Weinkulturerbe“ schon lange verschwunden, wenn es nicht Weine von einzigartigem Charakter in außergewöhnlicher Qualität hervorbringen würde – allerdings in sehr bescheidenen Mengen. Meine im Dreiklang ausgewählte 2018er Gewürztraminer Auslese hat den Duft nach stark duftenden, frischen Rosen und von im Speckmantel gebratenen Pflaumen. Auch im Geschmack findet man diese rauchigen, fruchtigen und blumigen Aromen wieder. Die für Gewürztraminer ungewöhnliche, aber für diesen Weinberg typisch elegante Säure gibt dem Wein viel Struktur und eine außergewöhnliche Kühle, Finesse und Länge, wie man sie sonst nur von edelsüßen Riesling-Weinen kennt. Es ist der ideale Wein zu kräftigen Gerichten mit Leber oder zu reifem Käse, wie beispielsweise Blauschimmelkäse.


Wenn Ihnen beim Lesen meines Dreiklangs das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, weil Sie sich die Weine und das entsprechende Essen dazu vorgestellt haben, dann war dies von meiner Seite nicht unbeabsichtigt…«

»Ich bin Valentin, der zweite Rebholz-Zwilling. Nach einigen interessanten Stationen in meiner Ausbildungszeit und verschiedenen prägenden Erfahrungen darf Ich Ihnen (leider nur) drei Weine vorstellen, mit denen ich viel verbinde, weil sie durch gute Impulse und Erfahrungen, mit Bauchgefühl und nicht zuletzt in handwerklicher Arbeit entstanden sind, und auf die ich persönlich sehr stolz bin.«

 

1. 2017 Birkweiler RIESLING vom Rotliegenden Kabinett (Wein Nr. 1731)

Während meines dualen Studiums in Neustadt besuchte ich verschiedene Weingüter in Europa. Das Erste war für mich das Prägendste: Über ein Jahr lang durfte ich im Weingut der befreundeten Familie Dönnhoff an der Nahe lernen und mitarbeiten. Gerne erinnere ich mich an die Zeit zurück, besonders auch an die Steillagen der Nahe und die grandiosen Weine, die ich immer wieder mit Dönnhoffs probieren durfte. „Kabinett-Weine“ hatten bis dahin in meiner Weinwelt keine bedeutende Rolle gespielt. An der Nahe jedoch wurde mein Interesse für restsüße Weine geweckt, so dass in mir die Idee heranwuchs, einen solchen Kabinett auch bei uns machen zu wollen. Das Terroir und Klima der Pfalz ist fast nirgends geeignet, um solch großartige edelsüße Weine zu erzeugen, die mit jenen der nördlichen Weinregionen mithalten könnten. Unser Birkweiler Kastanienbusch wohl! Er bringt auf dem hochgelegenen, roten schieferhaltigen Boden die Würze und Spannung mit, die als Gegenspieler der Süße notwendig sind. Dieser Kabinett aus 2017 ist ein Paradebeispiel seiner Art: er bereitet an warmen Frühlings- oder Sommertagen viel Freude, bietet sich aber auch als perfekter Begleiter würzig-scharfer Gerichte an. Und mich persönlich erinnert jeder Schluck unseres Kabinetts an diese prägende Zeit zurück.

2. 2019 IM SONNENSCHEIN Riesling GG (Wein Nr. 1926)

Auch wenn dieser Wein noch im Fass ruht, ist er trotzdem schon jetzt erwähnenswert! Er entstammt unserer ältesten Riesling-Parzelle, die 1963 im Rahmen der Flurbereinigung bepflanzt wurde. Vor 15 Jahren pachtete mein Vater diesen Weinberg, der dem Vorbesitzer zu schmal und altersbedingt zu ertragsarm war. Auch bei unserem damaligen Team löste der alte, sehr zeitintensiv zu bewirtschaftende und vom Drahtrahmen heruntergekommene Wingert wahrlich keine Freudensprünge aus! So wurde erwogen, ihn zu roden und neu anzulegen. Zum Glück konnten mein Bruder Hans und ich uns durchsetzen und dies verhindern. 2016 haben wir zusammen mit Studienkollegen dem alten Weinberg einen ganz neuen Drahtrahmen verpasst und fehlende Stöcke mit jungen Reben nachgepflanzt. Diese Arbeiten wurden alle von Hand erledigt und kosteten in dem sehr steinigen Kalkboden viel Zeit und Kraft. Die Mühe hat sich aber gelohnt; der Weinberg beschenkt uns seitdem mit besseren Trauben und irrsinnig komplexen Weinen!

 

3. 2016 Siebeldinger SPÄTBURGUNDER vom Muschelkalk trocken (Wein Nr. 1610)

Der Jahrgang 2016 wird mir in vielerlei Hinsicht noch lange in Erinnerung bleiben. Nach Praktika bei Kranz, Dönnhoff und Heger unterstützte ich das Team bei uns im Weingut. Das Frühjahr und der Sommer waren verregnet, so dass wir große Mühe mit dem Pflanzenschutz hatten. Das Spätjahr und der Herbst bis zur Lese waren dagegen durchgängig trocken. In den Burgunder-Weinbergen waren durch das trockene Vorjahr die Fruchtansätze sehr klein, so dass wir schon Mitte September mit der Spätburgunderernte begonnen hatten. Aromatische Trauben bei perfekten Säure- und Öchslewerten ließen großartige Weine erwarten. Wie in den Jahren zuvor betreuten Hans und ich intensiv die Spätburgunderbereitung im Keller. Unsere Erfahrungen von früheren Jahrgängen konnten wir anwenden, und so ist eine Spätburgunder-Kollektion entstanden, wie wir sie uns wünschen!
Dieser Spätburgunder vom Muschelkalk kommt zu 100% aus der VDP.Großen Lage „Im Sonnenschein“. Das GG dieses Jahrgangs aus der Lage wurde im Vinum Weinguide 2019 mit der höchsten Punktzahl (96) ausgezeichnet.

»Ich bin Hans, der ältere von uns Rebholz-Zwillingen. Wir sind Jahrgang 1995. Beide haben wir im letzen Jahr unser Weinbaustudium abgeschlossen und sind fest im elterlichen Weingut eingestiegen. Hier ist mein Rebholz-Dreiklang: Allen Weinen gemeinsam ist ihre Verbindung zu wichtigen Ratgebern, Impulsgebern und Wissensvermittlern während meiner Ausbildungszeit.«

 

1. 2018 Siebeldinger Weisser Burgunder vom Muschelkalk (Wein Nr. 1836)

Dieser Wein ist für mich so großartig, weil er auf das absolut Wesentliche reduziert ist. Er hat kaum Frucht, die er auch nicht braucht; aber den ganz typischen Weißburgunder-Schmelz. Eine radikale, karge Mineralität, wie sie nur Weine haben können, die auf Muschelkalkböden gewachsen sind. Ich habe „Muschelkalk-Mineralität“ verstehen gelernt, als ich 2017 bei Trimbach zum Praktikum war. Einige Jahre davor hatte ich das erste Mal einen Riesling „Clos St. Hune“ im Glas, welcher ausschlaggebend für den Wunsch meinerseits war, dort ein Praktikum zu absolvieren. Mittlerweile gehört dieser Wein zu meinen absoluten Riesling-Ikonen. Die Selbstverständlichkeit und Unaufgeregtheit in der dieser Wein seine Herkunft zeigt, macht ihn für mich so einzigartig. In gewisser Weise ist unser 18er Weißer Burgunder Muschelkalk diesem Typus sehr ähnlich. Dass Weißer Burgunder hervorragend Böden schmeckbar machen kann, wird in ihm erneut eindrucksvoll bewiesen.

2. 2018 Riesling vom Buntsandstein (Wein Nr. 1807)

Er ist von dem Boden geprägt, welcher  hauptsächlich in der Pfalz vorherrscht - auch in unserer VDP.Großen Lage „Ganz Horn“. Aus dieser Lage stammt ein Teil der Trauben für den Riesling vom Buntsandstein. Dieser Boden ist für unseren Betrieb genauso prägend, wie die Pfalz für uns Rebhölzer. Der Wein ist wie wir - ein typischer Pfälzer: Charaktervoll, nie aufdringlich, sondern eher zurückhaltend und nachhaltig begeisternd. Er fesselt nicht immer im ersten Moment und kann manchmal sogar zu Beginn schwierig sein, aber dafür wird er im Verlauf der Reife immer versöhnlicher.

3. 2015 Im Sonnenschein Spätburgunder GG (Wein Nr. 1530)

Unser VDP.Großes Gewächs vom Spätburgunder ist 2015 zum ersten Mal mehr oder weniger in der Verantwortung meines Zwillingsbruders und mir entstanden. Im Jahr 2012 übertrug mein Vater Valentin und mir den Spätburgunderweinberg „Arzheimer Rosenberg“, mit diesem wir uns sozusagen „austoben“ durften. In den Folgejahren haben wir einiges ausprobiert, beispielsweise kürzere Mazeration, frühere Lese, zum Teil ganze Trauben und uns dadurch unter Beweis gestellt. Im Herbst 2015 – ich hatte  gerade mein letztes Ausbildungsjahr zum Winzer im Weingut Rudolf Fürst abgeschlossen und begann nach dem Herbst mein Studium in Geisenheim – durfte ich dann die Verantwortung für die gesamte Spätburgunderweinlese übernehmen. Dabei war ich natürlich immer in regem Austausch mit meinem Bruder, der zu dieser Zeit im Weingut Heger am Kaiserstuhl arbeitete. Es hat mir zusätzlich den Rücken gestärkt, meinen Vater und unser Team hinter mir zu wissen. Denn ich wusste, dass sie eingegriffen hätten, wenn sie Zweifel an meinen Entscheidungen gehabt hätten!
Das übergeordnete Ziel war und ist unseren Spätburgundern noch mehr Eleganz und Finesse bei gleichbleibender Komplexität zu verleihen. Dieser Wein ist Zeuge für unser stetiges Weiterentwickeln sowie Ausprobieren und Hinterfragen des Typ-Rebholz.

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